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ICADA Veranstaltung am 22. April: Praxisnahe Einblicke von Nachhaltigkeit bis EU-Regulatorik

Die ICADA-Veranstaltung am 22. April war sehr gut besucht und bot den Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm mit aktuellen Themen aus Naturkosmetik, Nachhaltigkeit, Verpackungsrecht und EU-Regulatorik. Die Vorträge lieferten sowohl strategische Impulse als auch konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen.
 
Den Auftakt machten Regina Kallfelz und Miriam Farsi von der Soil Sisters Group. In ihrem Vortrag zur Biodiversität als Steuerungsfaktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg zeigten sie, wie regenerative Lieferketten nicht nur Umwelt und Böden stärken, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Im Fokus standen bodenaufbauende Anbaumethoden, die Förderung der Biodiversität sowie die Bedeutung von Datentransparenz in Lieferketten, die Unternehmen entlastet und gleichzeitig den Produktwert steigert.
 
Im Anschluss erläuterte Carolina Schweig, wie gut Unternehmen bereits auf die kommende EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vorbereitet sind. Sie gab klare Antworten auf zentrale Fragen rund um den Stichtag 12. August 2026, notwendige Umsetzungsmaßnahmen sowie Anforderungen an technische Dokumentation und Konformität. Besonders hervorgehoben wurden konkrete To-dos, die Unternehmen bereits jetzt angehen sollten.
 
Nach der Pause präsentierte Jessica Freiherr innovative Ansätze für nachhaltige und wissenschaftlich belegte Inhaltsstoffe in der Naturkosmetik. Vorgestellt wurden unter anderem entzündungshemmende Patchouliextrakte aus mikrobieller Fermentation, antioxidative „Yellow Dragon“-Extrakte aus beschädigten Orangen sowie neue trichologisch wirksame Inhaltsstoffe für Haarpflegeprodukte.

Im darauffolgenden Block zu Trendthemen im Rohstoffbereich stellte Sonja Scholz mit novoVIT ein stabiles, öllösliches Vitamin C (Tetrahexyldecyl Ascorbat) für moderne Hautpflege vor. Ergänzend präsentierte Marvin Jaeger Upcycling-Lignin als nachhaltige Alternative zu fossilen Rohstoffen – ein Beispiel für innovative Kreislauflösungen in der Kosmetikindustrie.
 
Am Nachmittag zeigte Stefan Benard die Anwendung der induzierten Chemilumineszenz (ICL-S) zur Untersuchung der Haut. Thematisiert wurden oxidativer Stress, nicht-invasive Messmethoden zur Bestimmung antioxidativer Wirkungen kosmetischer Produkte sowie der Schutz vor hochenergetischer sichtbarer Strahlung (HEVL). Ergänzend wurde die ultraschwache Photonenemission am Haar (ICL-H) zur Bewertung von UV- und Hitzeschutz vorgestellt.
 
Den Abschluss bildete der Vortrag „Neues aus der EU“, der zentrale regulatorische Entwicklungen zusammenfasste – darunter die Vereinfachung der Verordnung KOM-RAT-EP, aktuelle Änderungen beim SCCS, Arbeiten an Sonnenschutzempfehlungen, Entwicklungen zu CMR-Stoffen, PFAS und endokrinen Disruptoren sowie ein Ausblick auf kommende Anpassungen der EU-Kosmetikverordnung und IFRA-Themen.
 
Die Veranstaltung überzeugte durch spannende Inhalte, hohe fachliche Relevanz und lebhafte Diskussionen. ICADA kündigte an, dass ein Zusammenschnitt der Vorträge sowie die Präsentationsfolien in Kürze im Mitgliederbereich zur Verfügung gestellt werden.
 
Bereits jetzt richtet sich der Blick nach vorn: ICADA freut sich auf die Sommertagung am 8. Juli in Frankfurt (in Präsenz) und hofft, dass sich viele Teilnehmer diesen Termin schon jetzt vormerken.