Aktualisierte REACH-Prüfmethoden
Die Europäische Kommission hat einen Entwurf zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 440/2008 über Prüfmethoden unter REACH veröffentlicht. Mit der geplanten Überarbeitung sollen die europäischen Prüfmethoden an den aktuellen wissenschaftlichen und technischen Fortschritt angepasst und neue bzw. überarbeitete OECD-Testleitlinien übernommen werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der stärkeren Berücksichtigung alternativer Prüfmethoden und der weiteren Reduzierung von Tierversuchen.
Der Entwurf sieht die Aufnahme einer neuen OECD-Prüfmethode sowie die Aktualisierung zahlreicher bereits bestehender Prüfmethoden vor. Betroffen sind unter anderem Untersuchungen zu:
Hautverätzung und Hautreizung,
Augenreizung,
Hautsensibilisierung,
Immuntoxizität,
endokrinen Wirkungen,
Reproduktions- und Entwicklungstoxizität sowie
verschiedenen ökotoxikologischen Endpunkten.
Auch Prüfungen zur Fischtoxizität, Fisch-Embryonen-Tests sowie Methoden zur Untersuchung des Umweltverhaltens von Stoffen in Boden und Sediment werden aktualisiert. Besonders relevant ist die weitere regulatorische Verankerung von In-vitro-Methoden und sogenannten „Defined Approaches“. Diese ermöglichen es, verschiedene Datenquellen und tierversuchsfreie Prüfmethoden nach festgelegten Bewertungsregeln miteinander zu kombinieren, beispielsweise bei der Beurteilung von Haut- und Augenreizungen oder Hautsensibilisierungen.Neu aufgenommen werden soll außerdem die OECD-Testleitlinie 254 zur akuten Kontakttoxizität bei Mauerbienen (Osmia spp.). Damit wird die Berücksichtigung von Wildbestäubern in der regulatorischen Umweltbewertung weiter ausgebaut.
Neben der Aktualisierung einzelner Prüfmethoden sind auch strukturelle Anpassungen vorgesehen. Ziel ist es, neue oder überarbeitete OECD-Testleitlinien künftig schneller in den europäischen Rechtsrahmen übernehmen und damit wissenschaftliche Entwicklungen zeitnah regulatorisch berücksichtigen zu können.
Für Unternehmen, die Stoffe unter REACH registrieren, toxikologische oder ökotoxikologische Prüfungen durchführen bzw. beauftragen oder alternative Teststrategien einsetzen, können die Änderungen daher unmittelbar relevant sein.
Die öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission läuft vom 29. September bis 27. Oktober 2026.