NEUES AUS DER EU - EU-Initiative „DiversifyEU“
Europäische Kommission plant Maßnahmen zur Verringerung strategischer Lieferabhängigkeiten – ICADA bittet Mitgliedsunternehmen um Hinweise zu kritischen kosmetischen Rohstoffen. Stellungnahmen sind bis zum 27. Oktober 2026 möglich.
Die Europäische Kommission hat am 29. September 2026 eine Aufforderung zur Stellungnahme zur Initiative „DiversifyEU“ veröffentlicht. Ziel ist es, strategische Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern zu verringern und die Versorgungssicherheit bei kritischen Produkten und Rohstoffen zu stärken.
Hierzu prüft die Kommission verschiedene handelspolitische, regulatorische und finanzielle Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem Anreize zur Diversifizierung von Lieferketten, die Förderung alternativer Bezugsquellen innerhalb und außerhalb der EU sowie gegebenenfalls handelspolitische Instrumente.
Welche Wirtschaftszweige, Rohstoffe und Lieferketten künftig als kritisch eingestuft und von den Maßnahmen erfasst werden, ist bislang offen. Die Kommission bittet daher ausdrücklich um Hinweise aus der Wirtschaft, welche Sektoren und Lieferketten aufgrund ihrer strategischen Bedeutung oder hoher Importabhängigkeiten prioritär berücksichtigt werden sollten.
Auch für die Kosmetikindustrie kann diese Initiative von erheblicher Bedeutung sein. Zahlreiche kosmetische Rohstoffe werden weltweit beschafft. Bei einzelnen Inhaltsstoffen können Abhängigkeiten von wenigen Lieferländern oder Herstellern bestehen. Dies kann beispielsweise bestimmte pflanzliche Rohstoffe und Extrakte, ätherische Öle, mineralische Rohstoffe, Pigmente, UV-Filter oder funktionelle Inhaltsstoffe betreffen.
ICADA ruft daher seine Mitgliedsunternehmen auf, kritische Rohstoffe und bestehende Lieferabhängigkeiten zu melden. Von besonderem Interesse sind Rohstoffe, bei denen alternative Bezugsquellen fehlen, Lieferengpässe auftreten oder eine Diversifizierung aufgrund technischer, qualitativer, regulatorischer oder wirtschaftlicher Anforderungen nur schwer möglich ist.
Die Rückmeldungen sollen ICADA ermöglichen, spezifische Herausforderungen der Kosmetikindustrie zu identifizieren und gegebenenfalls in die europäische Diskussion einzubringen. Dabei ist insbesondere wichtig, dass die Bedürfnisse der Kosmetikbranche bei der Festlegung kritischer Lieferketten nicht unberücksichtigt bleiben.